Montag, 24. Februar 2020

Savage

Savage war ein Überraschungserfolg - die Firma S2 Games veröffentlichte diesen Ego-Shooter 2004. Wobei die Bezeichnung Egoshooter dem Spiel nicht gerecht wird: Bei dem Kampf der Menschen gegen Monster kann ein Spieler die Rolle des Commander übernehmen.


Der Commander wacht über Ressourcen, Gebäude und Technologien und betrachtet das Spiel nicht aus der 3rd-Person-Perspektive, sondern aus der Vogelperspektive. In brenzligen Situationen kann er die Basis verlassen und mitkämpfen.

Die anderen Spieler können per Vote auch den Commander absetzen - wenn dieser einen Disconnect hat oder unsinnige Bauaufträge durchführt etwa. Die Bauaufträge können durch Spieler oder bis zu 10 NPCs durchgeführt werden, die jedoch keine KI haben und nur das machen, was ihnen befohlen wird. Lediglich der Ressourcenabbau geschieht automatisch.



Ist ein Commander zu langsam oder unvorsichtig beim Bau der Gebäude und Türme, verliert das Team wertvoll Zeit beim Aufrüsten. Anfangs müssen die Spieler als Mensch mit Äxten und Bogen kämpfen, die Monster mit Säbeln. Später können weitere Einheiten gespielt werden sowie Waffen und Powerups gekauft werden. Das Geld wird einmal individuell verdient, jeder Spieler zahlt jedoch auch Steuern - das gesammelte Geld kann der Commander freigeben an die Spieler.



Das Team verliert eine Runde, wenn das Team per Abstimmung aufgibt oder wenn das Hauptquartier zerstört wird. Bei der Vernichtung der Basis können Ballisten und Katapulte auf Menschenseite eingesetzt werden, bei den Monstern kommt wahlweise eine schwach geschützte Einheit mit hoher Reichweite und großem Schaden oder ein Behemoth mit einem Baumstamm zum Einsatz. Dieser ist auch eine gute Möglichkeit, große Gegnerscharen zu dezimieren.

Neben Gold- und Erzvorkommen kann der Spieler Lager errichten, die zudem als Spawnpoints genutzt werden können - bei Angriffen können die Spieler sich auch schnell dahin teleportieren. Strategisch günstig gelegene Lager können aussichtslose Spielsituationen drehen, indem man von diesen mit Belagerungseinheiten angreift.

Ein tolles Spiel, das einen miserablen Nachfolger hatte, sowie ein Mashup mit Enemy Territory (genau so miserabel).

Hier noch zwei mehr oder weniger ernste Game Videos...

Profile of a Sadist: https://youtu.be/-CXareSPHhs
Savage 0006: https://youtu.be/jqVgtBWm-oQ
Trailer: https://youtu.be/K9zPdwbvvZ4


Freitag, 29. März 2019

Privateer

Chris Roberts' Weltraumsaga Wing Commander erhielt mit Privateer 1993 einen Ableger, der in der gleichen Welt spielte, jedoch inhaltlich nichts mit den anderen Spielen zu tun hatte. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Händlers, der mit einem schwach geschütztem Frachtschiff startet.


Im Laufe des Spiels kann man sich entscheiden, ob man anständig bleibt und als Kopfgeldjäger oder Händler durch das All fliegt - als Pirat mag man mehr Geld und Fracht erbeuten können, wird jedoch von allen NPCs attackiert.


Im Gegensatz zu Wing Commander kann man Privateer sein Schiff selbst bestücken - neben Waffensystemen und zugehöriger Munition wie diversen Raketentypen auch mit hilfreichen Extras wie Hyperjump-Systemen und anderem. Die verschiedenen Planeten sind stets von einer bestimmten Kategorie, es gibt Bergwerks-, Forschungs- und Agrarplaneten. Auf jedem Planeten gibt es Terminals, die Missionen anbieten, Schiffshändler sowie eine Börse.


Der Spieler tut gut daran, sich Notizen zu den Rohstoffpreisen zu machen - weiterhin ist es recht sinnvoll, sich die Routen zu überlegen. Wenn eine Mission auf dem Weg zu einem bestimmten Planeten liegt, sollte man bei der Börse dort benötigte Ressourcen einkaufen. Weiterhin ist es natürlich nicht sinnvoll, Ressourcen auf einem Bergbauplaneten zu kaufen und auf einem anderen zu verkaufen.


Das Spiel ist ein harter Brocken - gerade der Anfang ist sehr frustrierend, da das Schiff nicht gut ausgestattet ist und man den oft aus heiterem Himmel auftauchenden Piraten oder Kilrathi - bekannt aus der Hauptserie - hilflos ausgeliefert ist. Eine Aufrüstung der Waffensysteme führt zu geringeren Margen und ist nur sinnvoll, wenn man auf Schiffsjagd geht oder Patrouillenmissionen annimmt.

Die Missionen sind das Herzstück, ohne diese schafft man es nicht, erfolgreich zu sein. Daher ist man gezwungen, das Schiff aufzurüsten. Als friedlicher Händler tut man sich schwer, besser ist man als Kopfgeldjäger dran.

Die Welt ist gigantisch groß, die einzelnen Sonnensysteme sind durch Hyperjumps verbunden - diese kann der Spieler jedoch erst nutzen, nachdem er das Schiff entsprechend aufgerüstet hat. Zwischen den einzelnen Waypoints kann - sofern keine Piraten oder andere Feinde einem das Leben schwer machen wollen - der Autopilot verwendet werden, man landet einige Tausend Meilen vom Ziel entfernt. Der Landeanflug auf Planeten erfolgt automatisch - anders als bei Elite oder Ports of Call muss der Spieler hier nichts tun.


Wer bei dem Ganzen an Elite denkt, liegt genau richtig - spielerisch gibt es sehr viele Parallelen. Der Open-World-Ansatz ist auch sehr faszinierend, der Spieler ist vollkommen frei in seinen Entscheidungen. Im Gegensatz hierzu ist Wing Commander sehr gradlinig, erst in den späteren Teilen gab es mehrere Story-Stränge, abhängig von den Entscheidungen des Spielers. Chris Roberts führte diese Spielmechanik in Freelancer (2003) fort, letztendlich sollte sie in Star Citizen (2013) perfektioniert werden - leider ist dieses Spiel bis heute noch nicht vollendet.

Das Spiel erhielt ein Addon und eine Fortsetzung, die grafisch auftrumpfen konnte, jedoch spielerisch nachließ. Die Grafik des ersten Teils ist auf dem Niveau von Wing Commander II, die Standbilder sind subjektiv höherwertig gerendert. Die Bedienung ist gut realisiert, auch wenn es einiger Übung bedarf, eine Weltraumschlacht mit Maus zu gewinnen - besser ist ein Analog-Joystick, wie bei vielen Spielen aus dieser Ära.

Derzeit ist das Spiel bei GOG.com für 1,49 $ erhältlich - für diesen Preis erhält man eine würdevoll gealterte Weltraumsimulation.

Dienstag, 5. März 2019

Neo Geo

Da das Neo Geo - neben NES, SNES, PlayStation und Mega Drive eine Neuauflage erhalten hat, möchte ich diesen Blogpost der Konsole von SNK widmen. Wobei Konsole fast schon untertrieben ist - das Neo Geo bot als Unique Selling Point die Möglichkeit, Arcade-Spiele 1:1 zu spielen.


Da ich leider nie die Gelegenheit hatte, vor einem Neo Geo zu sitzen und den tonnenschweren Controller in die Hand zu nehmen, kann ich nur aus zweiter Hand über die Konsole schreiben. Das einzig Reale, das ich mit der Konsole verbinde, ist das Nicht-Satt-Sehen-Können der Screenshots, die in PowerPlay und anderen einschlägigen Magazinen fand.


Das Neo Geo wurde kürzlich neu aufgelegt - der Formfaktor ist etwas irritierend, außerdem würde mir der Controller fehlen. Dieser war eine gute Replik der "echten" Controller.


Das Neo Geo ist einer der vielen Konsolen, die ich als Kind nie besaß und die bis heute eine große Faszination auf mich ausüben. Wie die Neuauflage des Mega Drive und des SNES ist es nach wie vor eine Alternative zu modernen Konsolen.

Montag, 10. Dezember 2018

Warlords

Eine schöne Spielreihe war Warlords. Der erste Teil, erschienen 1990, kam noch recht simpel daher, es gab nur eine Karte, eine beschränkte Anzahl an Einheiten und ein einfaches Spielprinzip: Erobere alles. Die Nachfolger hatten mehrere spielbare Karten, wesentlich mehr Einheiten und zusätzliche taktischen Elemente.


Ein Spieler konnte gegen bis zu 7 Computerspieler antreten, der Multiplayer-Modus war - der damalig verfügbaren Technik geschuldet - im Hotseat. In der Welt von Etheria steuert der Spieler seine Einheiten durch die Gegend, um neue Burgen zu erobern, Einheiten zu produzieren und gegnerische Einheiten aufzuhalten.
Hierbei muss der Unterhalt der Truppen beachtet werden - es muss stets ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Truppenstärke und eroberten Burgen herrschen.


Einheiten können zu Verbünden zusammengefasst werden - hierbei ist zu beachten, dass die langsamste Einheit das Tempo der Bewegungen vorgibt. Starke Einheiten werden langsamer produziert, die Produktion kann auch automatisch verschifft werden. So können die Einheiten an der Frontlinie gesammelt werden, ohne dass der Spieler sie bewegen muss.


Neben Landeinheiten existieren Flugeinheiten, diese haben den Vorteil, dass sie Gewässer überqueren und Gelände betreten konnte, in das Landeinheiten nicht gehen konnten. Neben den normalen Einheiten gibt es Helden.
Helden haben besondere Fähigkeiten und stärken die Truppenmoral. Ferner können sie Erfahrungspunkte sammeln und Ruinen durchsuchen, in denen Items oder Einheiten zu finden sind. Mit Flugeinheiten können sie auch fliegen.

Warlords lebte bis 2003 und hatte insgesamt 4 Teile. Auch heute sind die Teile 3 und 4 gut spielbar, der Reiz des ersten Teils verflog schon damals nach einiger Zeit - der größte Spaß war der Multiplayer ("Schau bitte weg!" / "Du Arsch." / "Oh, die Greifen habe ich übersehen.").

Freitag, 14. September 2018

Shufflepuck Café

Mit Shufflepuck Cafe schuf Broderbund einen echten Kracher, der vor allem bei Apple-Nutzern großen Anklang fand.


Das Spiel folgt den Regeln von Airhockey und ist quasi ein Pong Clone. Nur ist die Grafik besser besser (selbst in schwarzweiß eine Pracht.


Die Gegner sind größtenteils Aliens und kommentieren das Spielgeschehen lakonisch. Das Spiel darf in keiner Retrosammlung fehlen. 


Neben diversen 8- und 16-Bit-Umsetzungen für Homecomputer erschien das Spiel auch auf Konsolen. 





Dienstag, 28. August 2018

The Great Gia(n)na Sisters

Mario bekam 1987 starke Konkurrenz aus Deutschland, das Spiel The Great Gianna Sisters erschien (das zweite n verschwand irgendwann aus dem Titel). Auf dem C64 gab es vorher (und vermutlich auch danach) keinen ähnlich genialen Plattformer. Legenden wie Armin Gessert (Programmierung), Hendrik Nordhaus (Programmierung), Manfred Trenz (Grafiken) und Chris Hülsbeck (Sound und Musik) entwickelten das Spiel für Time Warp Productions.


Das Spiel erschien auch für Amiga und Atari ST. Der Erfolg wurde durch den Rechtsstreit mit Nintendo und die Vielzahl von Raubkopien, vor allem auf dem C64 beflügelt. Der Spieler steuert die Giana Sisters durch marioeske Welten, bekämpft Eulen, Schildkröten, sammelt Sterne und springt lustig durch die Gegend.

Da das Spiel Super Mario Bros. extrem ähnlich war, verhinderte Nintendo die Veröffentlichung des Nachfolgers Giana 2 - Arther and Martha in Future World, da schließlich mit geänderten Sprites als Hard'n'Heavy 1988 erschien. 2012 erschien der lang ersehnte Nachfolger Twisted Dreams, der über Kickstarter produziert wurde. Auch hier war Chris Hülsbeck der Musiker, wodurch das Spiel eine ähnliche Sogwirkung entwickelte.

Auch für das Nintendo DS (sic!) erschien 2009 ein offizieller Nachfolger, im gleichen Jahr erschien auch eine Portierung der C64-Version auf Sourceforge. Auch auf Mobiltelefonen und macOS erschien das Spiel 2011, sowie eine Betaversion mit 3 Leveln in der Quake-Engine.

Ski or Die

Electronic Arts schuf 1990 mit dem Snowboard-Hersteller Burton nach Skate or Die das Ski- und Snowboard-Spiel Ski or Die. Der Spieler kann dort in diversen Disziplinen sein Können unter Beweis stellen. Im Downhill Blitz steigt man auf Skier, ebenso bei den Acro Aerials. Im Snowball Blast muss man eine Schneeballschlacht bestreiten, mit dem Snowboard geht es in die Halfpipe. Ein zweiter Spieler kommt beim Innertube Thrash ins Spiel, mit Reifen muss eine Piste heruntergefahren werden. Bei der letzten Disziplin kann man den Reifen des Gegners zerstechen.


Nach den ganzen Summer und Winter Games bietet das Spiel erfrischende Neuerungen, der fetzige Soundtrack rundet das Ganze ab. PC-Spieler mussten über eine Adlib- oder Soundblaster-Karte verfügen, waren beide Karten vorhanden war die PC-Umsetzung die beste dank VGA-Grafik und astreinem Sound.

Das Spiel kann nur auf halblegalen Abandonware-Seite bezogen werden, und z. B. mit DosBox gespielt werden.