Freitag, 5. Januar 2018

Please be full of hay!

Keiner lebt für immer - das gilt auch für Cate Archer, der Geheimwaffe der Organisation UNITY. Als Geheimagentin der Sixties schießt sie sich durch zwei Teile. Ihr stehen einige Gadgets zur Verfügung, die der Spieler in Trainingsmissionen zu verwenden lernt.



Im ersten Teil kämpft sie gegen H.A.R.M. und reist dabei durch Marokko, Ost-Berlin, Hamburg, Bremen und weitere Schauplätze. Der Spieler entscheidet, ob er dies vorsichtig oder offensiv macht - muss jedoch mit Gegnerhorden rechnen.


Monolith zündet hier ein Feuerwerk an Gags und skurilen Levels. Unvergesslich ist das Nordsee-Level, in dem man aus einem sinkenden U-Boot fliehen muss oder der Fallschirmsprung (daher auch der Titel "Please be full of hay" - der Scherge hofft, dass er nach dem Abschuß im Heu landet).


Der lang erwartete zweite Teil setzt noch einen drauf - so rennt sie dort durch Indien und verteilt Bananenschalen (Mario Kart lässt grüßen). Grafisch ist der zweite Teil ein Meisterwerk.


Hier ein Review:

NOLF2: Review

Mittwoch, 3. Januar 2018

Das Geheimnis der Affeninsel

Wer kennt es nicht - die Suche nach der Affeninsel, der wahren Liebe und dem Versuch, ein Pirat zu werden...


Guybrush Threepwood, die Antwort auf Roger Wilco, versucht sein Glück auf Melee Island. Er möchte ein Pirat werden - zunächst wird er ausgelacht, kann jedoch mit etwas Glück die Piraten davon überzeugen, dass er das Zeug dazu hat.

Hat er anfangs nicht mal ein Schwert und eine Schaufel, fängt er nach erfolgreicher Ausbildung an, zu fluchen wie ein Pirat.


Diese Fähigkeit ist notwendig, um die Schwertmeisterin zu besiegen. Der Spieler kontert gekonnt die Beleidigungen wie "Du kämpfst wie ein dummer Bauer" mit "Wie passend, du kämpfst wie eine Kuh". An dieser Stelle ist die Leistung von Boris "Doc Bobo" Schneider zu erwähnen, der alle Adventures aus dem Lucasarts-Universum ins Deutsche meisterlich übersetzt hat.



Auf seiner Reise stolpert Guybrush auch über Elaine Marley, die Gouverneurin von Melee Island - sie begleitet ihn fortan durch alle Teile der Reihe.


Ron Gilbert, der Schöpfer der Reihe, lässt an nichts ein gutes Haar - so macht er sich über Sierra und andere Hersteller lustig, in deren Adventures der Spieler bei jeder Kleinigkeit sein Leben lässt. Sierra veröffentlichte auch alle Spiele auf einer Unzahl an Disketten - wohl dem, der damals eine Festplatte hatte.
Er vertrat die Einstellung, dass der Spieler nicht durch unzählige Tode aufgehalten werden sollte, es gab keine Sackgassen in Monkey Island. Neu war auch das SCUMM-Interface, das sich auch heute noch einer gewissen Beliebtheit erfreut. Durch die ScummVM ist es auf zahlreiche Systeme portiert worden. Das Interface besteht aus einer simplen Oberfläche mit Tätigkeiten zur Auswahl. Sierra und andere Hersteller haben sich in späteren Spielen hierbei bedient. Weiterhin sah das Interface auch vor, dass sich die Hintergrundmusik an die Spielsituation anpasst.


Erschienen ist das Adventure auf Amiga, PC und Atari. Die PC-Version wurde nach und nach veredelt - es gab eine EGA- und VGA-Fassung. Auf Steam wurde das Adventure vor einiger Zeit komplett überarbeitet, die Grafiken wurden im Stil der Teile 3-4 überarbeitet. Neben der Reihe gibt es außerdem von Telltale Games eine Fortsetzung, bestehend aus 5 Episoden - diese kommt jedoch nicht an das Original heran.

War Teil 1 noch linear aufgebaut, sind die weiteren Teile ungleich komplexer. In Teil 2 muss der Spieler regelmässig zwischen verschiedenen Inseln reisen. Dieser Teil überbat Teil 1 um Längen. Teil 3 und 4 konnten jedoch dem Original nicht das Wasser reichen.

Erhältlich auf Steam und GOG.

Dienstag, 2. Mai 2017

Ubique

Ubique steht für immerdar und ist für mich gleichzeitig für das Gegenteil und das Synonym von Poes Nevermore. Das Buch von Philip K. Dick - Schöpfer von Blade Runner, Total Recall und weiteren Klassikern des SF-Films - spielt anfangs auf dem Mond, später in einer Parallelwelt.
Es handelt von dem Unternehmen Runciter Associates, einer Firma mit "Antitalenten", PSI-Agenten, die Telepathen und andere Begabte ausschalten können. Ein Einsatz geht schief, woraufhin Glen Runciter getötet wird.
Nach und nach wittern die Mitarbeiter, dass es nicht so ist wie es scheint -
„lean over the bowl
and then take a dive
all of you are dead. i am alive“

Ubik in der Werbung

Bisher leider unverfilmt - es gibt nur ein ziemlich miserables Computerspiel, das versuchte auf den Zug von Blade Runner aufzuspringen, einem der besten Spiele der 90er Jahre.

Evil Genius

Wer von einer geheimen Superschurkenbasis in der Südsee träumt und nicht das nötige Kleingeld hat, ist hier genau richtig. Ihr spielt einen Verwandten von Dr. Evil, man kann wählen zwischen einer Frau und zwei Männern. Jeder Bösewicht startet mit einem anderen Handlanger, diese unterstützen beim Klauen von Geld und bei der Verteidigung.



Im Aufbauspiel wird nach gewohnter Dungeon Keeper Manier eine Basis errichtet, Forschung betrieben und Quests erfüllt. Hat man am Anfang noch recht beschränkte Handlungsmöglichkeiten, muss man im späteren Spielverlauf einiges leisten.
Angefangen bei der Ausbildung der Schergen, die anfangs nur simple Tätigkeiten lernen und Stück für Stück aufsteigen:

Am Schießstand

Je bekannter man wird, desto mehr ärgern einen die Geheimagenten. Diese können eingefangen und eingesperrt werden, sprengen aber gerne die Basis in die Luft oder töten die Schergen:

Die Widersacher

Man kann jedoch auch immer mehr Handlanger rekrutieren, die alle unterschiedlich Fertigkeiten haben und diese verbessern können:

Die Schurken und ihre Lieblinge

Fazit: Evil Genius ist unverwüstlich, es gibt kaum ein vergleichbares Spiel. Es garantiert Langzeitspaß und ist sehr fordernd.

Es existiert eine Umsetzung für Android, die leider nicht mehr funktioniert.

Freitag, 28. April 2017

Verdammt große Nägel

Wer kennt es noch, einen der Urväter des 3D-Shooters? Wenn Doom der Uropa ist, ist Quake der Opa. Machte es schon in der ursprünglichen Fassung Spaß, war die OpenGL-Version eine Augenweide.



Es ist nach wie vor einer der besten Shooter, auch wenn es grafisch nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist. Ein besonderer Dank geht an Trent Reznor, der Pate der Psychopathen-Waffe (Nailgun) ist...

Die Gegner waren noch dumm (verzeihlich und verständlich), wenn man jedoch durch die Gänge rennt und Gegner für Gegner erledigt, nur um dann in den Abgrund zu stürzen, kommt Freude auf.

Wie würde Duke Nukem sagen? "Come get some..."

https://www.youtube.com/watch?v=Q_hnXF7UjKU

Trent liegt im Trend

Happi!

Viel Feind, viel Ehr'

Addicted to these games

Es gibt von Chris Huelsbeck - meiner Meinung nach dem größten Musiker der Spielegeschichte - einen Titel "Addicted to these games", in dem er die Liebe zu Computerspielen besingen lässt.

Ja, wie recht er hat. Wir leben im Zeitalter der "Gamification", Computerspiele sind im Zentrum der Gesellschaft angekommen. Wo stehen wir? Die Spieleindustrie hat sich der Effekthascherei verschrieben.

Wo stehe ich? Was für ein "Konsument" bin ich? Ich liebe Steam, ich liebe GOG. Diese Plattformen haben mittlerweile eine unermessliche Bandbreite an "Abandon Ware", so bezeichnet man alte, fast schon vergessene Spiele, die auch heute einen tierischen Spaß machen.

Ein Beispiel? Heutige Strategiespiele finde ich langweilig. Siedler II, Civilization III, Anno (dazumal) oder Battle Isle haben schon alles enthalten, was man braucht. Ich brauche keine Grafik, die mich von den Socken haut. Ich brauche ein Spiel mit Langzeitspaß, herausfordenden Maps und überraschenden Gegnern.
Sind diese Spiele auch linear aufgebaut, so überraschen sie doch immer wieder. Wer hat nicht schon mal in die Maus gebissen, nachdem man in Siedler II alles richtig gemacht hat (wie man meint) und vom Gegner überrannt wird, weil man nicht auf die Ressourcen geachtet hat und munter Steine verballert hat...
So geschehen vor Kurzem.

Und hier noch zur Auflockerung ein paar Klassiker:
(Untertitel: Ich bin der Größte und habe alle Wunder in einer Stadt gebaut)

 (Untertitel: Mama, der Computer hat ein Gesäß gebaut)

(Untertitel: Wen soll ich nochmal angreifen?!)


Montag, 18. April 2016

Ze enemy is wiikend.

Ein Spiel, was mir viel Lebenszeit geraubt hat, ist Enemy Territory. Aufbauend auf der Engine von Return to Castle Wolfenstein ist dieser Taktikshooter einzigartig. Es gibt fünf Klassen - Engineer ("I'm constructing."), Medic ("I need a medic!"), Field Ops ("I need ammo!"), Covert Ops ("Enemy in disguise!") und Soldier.


Jede Karte hat ein Ziel, in der Regel spielen die Nazis gegen die Zeit und die Amerikaner müssen ein Ziel erreichen. Die Ziele sind sehr unterschiedlich - Goldraub, Rail Gun abfeuern, diverse Dinge in die Luft jagen.


Der spannendste Modus ist Campaign, hierbei werden mehrere Karten zu einer Kampagne zusammengestellt. Die Erfahrungspunkte werden auf drei verschiedene Attribute verteilt - Battle Sense, Light Weapons und die jeweiligen Klassenlevels - und nach der Campaign zurückgesetzt. Der Spieler kann beliebig viele Klassen "hochspielen" und so fast unbesiegbar werden, wenn er den Waffenbonus, die Lebensenergie und der Battle Sense maximiert sind.



Ist der Spieler am Anfang noch recht schwachbrüstig, wird er durch Benutzen seiner Klassenfähigkeiten, Kills oder taktischem Verhalten nach und nach besser. Klaut zum Beispiel ein Covert Ops oft genug den Gegner die Uniform, snipert oder sprengt Dinge in die Luft, kann dieser öfter seine Zusatzitems einsetzen. Die Klassenfähigkeiten - Dynamit und Minen setzen beim Engineer sowie Dinge reparieren, Wiederbelebung und Medipacks verteilen beim Medic, Luftschläge anordern sowie Munition verteilen beim Field Ops, als Gegner verkleiden (und gegnerische Türen öffnen) beim Covert Ops - können nur eingesetzt werden, wenn der Spieler genügend Spezial-Energie hat, der Balken lädt sich nach einer Weile wieder auf. Der Medic kann sich ab der vierten Stufe Adrenalin spritzen, der Engineer Explosionen besser überstehen und der Field Ops Spione schneller erkennen. Der Soldier - die einzige Klasse mit Zugang zu schweren Waffen - kann neben der schweren Waffe eine MG statt einer Pistole tragen.



Die Originalkarten (Siwa Oasis, Seawall Battery, Gold Rush, Würzburg Radar, Rail Gun und Fuel Dump) sind perfekt ausbalanciert und machen auch nach der 1000. Wiederholung Spaß.

Typischer Dialog: "Ze enemy is wiikend!" - "Affirmative!" - "Enemy in disguise!"

Das Spiel kann kostenlos heruntergeladen werden, mit ET Legacy gibt es eine aktualisierte Version ohne Punkbuster Support (wird auf vielen Servern nicht mehr zwingend verlangt). Mit ET Quake Wars gibt es einen (miserablen) Nachfolger. Das Spiel wurde durch unzählige Mods, Maps, Bots und neuerdings "XP Safe" (Spieler behält erspielte XP auf dem jeweiligen Server) erweitert und hat auch heute noch eine kleine Community.